Let’s talk about Yoga – Interview mit Bärbel Miessner von YOGAMOUR

Es kommt mir so vor, als würde ich Bärbel von YOGAMOUR schon eine halbe Ewigkeit kennen. Kein Wunder – seit einigen Jahren treffe ich sie regelmäßig in meinem Wohnzimmer auf der Matte. Online zumindest. So stieß ich doch zufällig beim Surfen durchs Netz auf yogamour.de. Inzwischen ist der Videopodcast der Münchnerin aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken:
Mal traf ich Bärbel an der Isar in München zum Yoga-Flow, am Hamburger Hafen zur Rückenstärkung, über den Dächern New Yorks für einen schweißtreibenden Vinyasa oder auf Teneriffa zur Morgen-Yoga-Session. Alle Videos findet ihr auf Youtube zum Mitmachen!
Als sie dann im Januar 2017 einen fantastischen Workshop in Stuttgart gab (siehe Artikel „Lift your heart“ auf unserem Blog), wollte ich unbedingt mehr über sie und „ihr Yoga“ erfahren.

Liebe Bärbel, YOGAMOUR startete 2010 als Video-Podcast und ist damit Deutschlands erstes „Online-Yoga-Studio“. Was bedeutet Yogamour für dich?

Yogamour als Begriff: die Liebe zum Yoga. Yogamour als Projekt: die Möglichkeit, Yoga zu schenken. Ich kann mir kein besseres und uneingeschränkt nachhaltigeres Werbetool für meine Live-Events vorstellen (Yogaklassen, Yoga-Retreats, DVD-/App-Verkauf). Außerdem ermöglicht mir Yogamour, meine Vorstellung von Yoga auszudrücken, unabhängig und frei von allem, was über Yoga gesagt und geschrieben wird, frei von „müssen“, „sollen“, „nicht dürfen“. Zusätzlich ist es eine wunderbare Chance für meinen Mann mee-z/Christian und mich, uns auf kreativer Ebene im Bereich der modernen Medien auszutoben.

Wie kann man sich einen ganz normalen Tag in deinem Leben vorstellen – du bist ja schließlich ständig unterwegs, gibst Yoga-Retreats oder ihr filmt neuen Content fürs Netz?

Schwierig zu sagen. Als Mutter wurde mein Leben zwischen 20 und 37 Jahren überwiegend von den Ritualen der Familie geprägt, was nicht immer einfach war, ich aber als eine selbstverständliche Aufgabe empfunden habe. Meine kleinen Bärbel-Rituale mussten irgendwo dazwischen Platz finden. Nach der Mama-Zeit wurde ein kleiner Rebell in mir wach, der sagte: „Du brauchst kein Ritual mehr…. mach’ endlich mal so, wie du dich fühlst.“ Und so lebe ich nun seit ein paar Jahren, seit die Kinder groß sind. Es gibt unendlich viele Varianten. Da ich abends unterrichte, bemühe ich mich, tagsüber ein paar Stunden frei zu haben und die zu füllen, mit Dingen, die mir gut tun. Sport, Lesen, gute Gespräche. Ein unaufgeregtes Beispiel:

  1. Aufstehen, Tasse heißes Wasser, Meditieren/Yoga Nidra, kurze Yogasession (am liebsten sanft)
  2. Warmes Frühstück, Haushalt
  3. Yogamour-Office
  4. Selbst gekochtes, warmes Mittagessen
  5. Yogamour-Office
  6. Spazieren gehen/Freizeit
  7. Yoga unterrichten
  8. Warmes Abendessen
Was würdest du für dich einen idealen Yogini-Lifestyle nennen? Was ist yogisch für dich?

Im Rahmen des Möglichen sein Bestes zu geben, halte ich für einen yogischen Lifestyle und dafür muss ich jetzt nicht die yamas und niyamas aufzählen ;). Simple Dinge, die jeder tun kann: meditieren, Müll trennen, Strom, Heizung, Wasser bewusst und sparsam nutzen, für grünen Strom bezahlen, in der Stadt Rad und Öffis fahren statt Auto, vegetarisch ernähren oder zumindest bewusst Fleisch konsumieren, mit Bedacht einkaufen, nachhaltig einkaufen, sich generell in Empathie üben, sich selbst nicht so ernst nehmen, spenden. Bestimmt habe ich etwas vergessen!

Was bedeutet FUN für dich? (außer Yoga)

Lachen! Und zwar laut. So dass das Zwerchfell hüpft. Mit meinen Liebsten und Freunden. Ein Berg, ein Board, frischer, glitzernder Powder und Sonne. Atlantik, 3-Fuß-Wellen, 8-Fuß-Board, Sonne, ich wiederhole mich ;). Road-Trips mit dem VW-Bus. Fotografie. Oder einfach mal morgens mit mee-z/Christian liegen bleiben.

Warum sollten Menschen da draußen online oder auch live Yoga machen?

Ich habe von meinen Schülern gelernt, dass jeder der regelmäßig meditiert und Yoga übt, Lust auf persönliche Veränderung bekommt und beginnt, auf seine Art und Weise nachhaltiger zu leben. Einfacher könnte man die Welt nicht verbessern, oder?

Vielen Dank, liebe Bärbel für das Interview, und dass du es so vielen Menschen täglich ermöglichst, Yoga zuhause oder unterwegs zu praktizieren.


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